Wohnimmobilien erweisen sich als krisenfest

Das Marktumfeld

Berlin, München, Wien – in deutschen und österreichischen Metropolregionen steigt die Nachfrage nach Wohnraum weiter. Die Aussichten für Investoren und Privatanleger bleiben attraktiv – auch in Krisenzeiten.

Der Wohnungsmarkt trotzt der Krise

Seit Jahren kennt der Trend bei Wohnimmobilienpreisen in deutschen und österreichischen Großstädten nur eine Richtung: nach oben! Auch die Corona-Krise konnte diesem Trend nichts anhaben. Grund ist die sich weiter vergrößernde Angebotslücke, beruhend auf einer Kombination aus hoher Nachfrage und unzureichendem Wohnungsbau. Hinzu kommt: Wohnen ist und bleibt ein Grundbedürfnis.

Die langfristig vorherrschenden Trends der positiven Mietenentwicklung scheinen laut Herbstgutachten der empirica AG ungebrochen. Beim Wohnungsbau gab keinen Einbruch, das Segment zeigt sich stabil. Ebenso steigen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen insgesamt unbeeindruckt weiter an, zumal auch die Zinsen weiter historisch niedrig sind. Bei Wohnimmobilien gibt es – anders als bei Gewerbeimmobilien – praktisch keinen Einbruch bei den Mietzahlungen. Zu diesem Ergebnis kommt das Herbstgutachten 2020 des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA).

Nachfrage ungebrochen hoch

Fehlendes Bauland sowie der anhaltende Einwohnerzuwachs befeuern den Wohnungsmarkt – und das nicht nur in den deutschen Metropolen, sondern und vor allem auch in der österreichischen Hauptstadt Wien (siehe Infokasten). Für den starken Zuzug in die Ballungszentren gibt es verschiedene Gründe, sei es die Lebensqualität oder das Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebot.

Setzt sich das Home-Office auch über Corona hinweg durch, wird die Wohnqualität und das Raumangebot der eigenen Wohnung eine noch größere Rolle spielen und die Nachfrage nach Wohnraum zusätzlich ankurbeln. Zu guter Letzt haben niedrige Zinsen auf klassische Sparprodukte sowie günstige Finanzierungskosten in Kombination mit einer bislang allgemein guten Wirtschaftslage und steigenden Einkommen dazu geführt, dass Wohnimmobilien als Anlageform von privaten wie institutionellen Investoren wiederentdeckt wurden.

    • Wohnungsbauzahlen in Deutschland haben höchsten Stand seit fast 20 Jahren erreicht
    • 293.000 neue Wohnungen im Jahr 2019 errichtet laut Statistischem Bundesamt (Destatis)
    • Plus 2,0 % im Vergleich zum Vorjahr
    • Bedarf an neuen Wohnungen in Städten laut Politik und Bauwirtschaft bei 350.000 bis 400.000 Wohnungen

Auch Österreichs Wohnungsmarkt boomt

In Österreich und vor allem in Wien ist die Lage grundsätzlich keine andere als in den deutschen Städten, ja zum Teil noch herausfordernder. Seit 2010 ist die Einwohnerzahl der Stadt Wien um 13 Prozent gewachsen. Die Wachstumsrate war damit fast doppelt so hoch wie in Berlin. Inzwischen hat Österreichs Hauptstadt Hamburg als zweitgrößte deutschsprachige Stadt abgelöst. Vor allem auf junge Zuwanderer übt Wien große Anziehungskraft aus. Die Stadt hat einschlägigen Rankings zufolge mit die höchste Lebensqualität der Welt.

Das Besondere an Wien im Vergleich zu deutschen Metropolen: der hohe Anteil kommunaler Wohnungen und Wohnungen im Besitz von Genossenschaften. Diese stehen Zuzüglern aber nur im Glücksfall zur Verfügung, der private Wohnungsmarkt ist somit umso enger. Neue Quartiersentwicklungen bieten Investoren Chancen.

    • 1,9 Millionen Einwohner, zweitgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum
    • Zweitgrößte Universitätsstadt der EU nach Berlin (nach Zahl der Studenten)
    • Ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts Österreichs wird in Wien erwirtschaftet
    • Seit 2010 Bevölkerungswachstum um 13 % (entspricht mehr als 220.000 Einwohnern)
    • Insgesamt 930.000 Wohneinheiten
    • Stadt hält mehr als 220.000 Wohnungen selbst
    • 200.000 Wohnungen im Besitz von Genossenschaften
    • 5.000 bis 10.000 neue Wohnungen pro Jahr fertiggestellt
  • Insgesamt bietet die Marktlage in Deutschland und Österreich eine gute Ausgangsposition für Investoren. Gemäß aktuellem Wohnimmobilienindex IMX von ImmoScout24 sind sowohl Kauf- als auch Mietpreise im zweiten Quartal 2020 deutschlandweit über alle Immobilientypen hinweg wieder deutlich angestiegen. In Österreich ist fast jeder Zweite derzeit aktiv auf der Suche nach einer neuen Immobilie. Das zeigt die Auswertung der Suchprofile auf der Immobilienplattform ImmoScout24 sowie eine Innofact-Umfrage.

    Wohnen ist ein Grundbedürfnis, das in Corona-Zeiten sogar an Relevanz gewonnen hat: In Wien kosten Top-Lagen heute rund zehn Prozent mehr als vor Ausbruch der Pandemie. Die Nachfrage in den beliebtesten Lagen ist und bleibt in der Donaumetropole weitaus größer als das Angebot.

    • Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Bestand stiegen vom ersten zum zweiten Quartal 2020 deutschlandweit um 2,5 % laut Wohnimmobilienindex IMX
    • Gleicher Trend in allen fünf Untersuchten Metropolen Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München
    • In Österreich ist derzeit jeder Zweite auf Immobiliensuche laut einer Umfrage einer Innofact Umfrage
    • 25 Prozent der Befragten benötigen zudem mehr Platz für Homeoffice und Kinder
    • Top-Lagen in Wien kosten 10 % mehr als vor der Pandemie
    • Der Wohnimmobilienmarkt erweist sich in beiden Ländern auch angesichts der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten als stabil und krisenfest.
    • Die größten Städte in Deutschland und Österreich verzeichnen ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum und damit einer anhaltenden Wohnungsnachfrage.
    • Durch die Corona-Krise steigt das Bedürfnis nach klugen und nachhaltigen Wohnkonzepten, die beispielsweise auch das Arbeit von zuhause ermöglichen.
    • Trotz steigender Bautätigkeit wird dieser Bedarf in den Metropolen nicht ansatzweise gedeckt. Die Folge ist ein wachsender struktureller Nachfrageüberhang, der zu steigenden Preisen und Mieten führt, aber auch zu hohen Erfolgsaussichten für neue Projektentwicklungen.
    • Die Zinsen werden im Euroraum auf unabsehbare Zeit sehr niedrig bleiben, nicht zuletzt aufgrund der geldpolitischen Maßnahmen als Reaktion auf die Corona-Krise.